
26.04.2026 | 17:00 Uhr | FESTSAAL, ALTES STADTHAUS WINTERTHUR
Valentina Dubrovina, Violoncello
Silvia Carlin, Klavier
Anna Zanetta Reichert, Klavier
Alexandre Zanetta, Horn
PROGRAMM:
J. C. Eschmann (1826-1882), aus Im Herbst – PhantasiestĂĽcke Op. 6 fĂĽr Horn und Klavier
PhantasiestĂĽcke
Ständchen am Abend
R. Schumann (1810-1856), Adagio und Allegro Op. 70 fĂĽr Cello und Klavier
F. Mendelssohn (1809-1847), Variations concertantes Op. 17 fĂĽr Cello und Klavier
J. C. Eschmann (1826-1882), aus Waldabendbilder Op. 74 fĂĽr Klavier
Waldeinsamkeit
Freundliche Begegnung
Notturno
Puck
J. Brahms (1833-1897), aus FĂĽnf Lieder Op. 105 (Bearbeitung fĂĽr Cello und Klavier)
„Wie Melodien zieht es mir leise durch den Sinn“ (Groth)
„Immer leiser wird mein Schlummer“ (Lingg)
„Der Tag ging regenschwer“ (Liliencron)
J. C. Eschmann (1826-1882), aus PhantasiestĂĽcke Op. 3 fĂĽr Horn und Klavier
Sehr langsam
J. C. Eschmann (1826-1882), aus Im Herbst – PhantasiestĂĽcke Op.6 fĂĽr Horn und Klavier
Allegro vivace
Intermezzo
Zum Weinlese
Wenn wir heute den Namen Carl Johann Eschmann hören, entdecken wir einen Komponisten, der mitten in der lebendigen Musikwelt des 19. Jahrhunderts stand – und doch heute fast wie ein Geheimtipp wirkt. Zu seinem 200. Jubiläum möchten wir ihn neu vorstellen: als feinfühligen Romantiker, als Klangpoeten – und als musikalischen Zeitgenossen großer Namen.
Eschmann lebte in jener Epoche, in der die Musik zu brennen begann: Leidenschaft, Sehnsucht, innere Dramatik. Es ist die Welt von Robert Schumann, Felix Mendelssohn und etwas später Johannes Brahms. Ihre Werke prägen bis heute unsere Konzertsäle – und genau in diesem inspirierenden Umfeld bewegte sich auch Eschmann.
Seine Musik verbindet Klarheit mit Gefühl. Wie bei Mendelssohn hören wir Leichtigkeit und Eleganz, wie bei Schumann eine poetische Innigkeit, und manchmal scheint bereits jene warme Klangfülle auf, die wir mit Brahms verbinden. Und doch hat Eschmann eine eigene Stimme: persönlich, unmittelbar, nahbar.
Zum 200. Geburtstag holen wir ihn ins Rampenlicht – nicht isoliert, sondern im Dialog. In unserem Konzert in Winterthur begegnet Eschmann genau jenen drei Komponisten, mit denen er gedanklich und stilistisch verwandt ist. So entsteht kein historischer Vortrag, sondern ein lebendiges musikalisches Gespräch über Generationen hinweg.
Das REVISION Project lädt dazu ein, einen Komponisten neu zu entdecken – vielleicht zum ersten Mal bewusst zu hören – und ihn dort einzuordnen, wo er hingehört: mitten in die romantische Klangwelt des 19. Jahrhunderts.
Ein Jubiläum ist immer auch eine Einladung. In diesem Fall: zum Zuhören, zu Staunen – und zum Wiederentdecken einer fast vergessenen Stimme.
VALENTINA DUBROVINA & SILVIA CARLIN

Valentina Dubrovina (Cello) und Silvia Carlin (Klavier) sind nicht nur die Leiterinnen des REVISION Projects, sondern auch die Musikerinnen, die das hohe Niveau des Projekts verkörpern. Valentina und Silvia sind vor zehn Jahren nach Basel gekommen, um an der Hochschule für Musik zu studieren, und haben bereits während ihres Studiums gemeinsam musiziert. Beide sind Preisträgerinnen renommierter internationaler Wettbewerbe und haben ihre musikalische Karriere in der Schweiz und in Europa aufgebaut.
Valentina ist als Solistin, in kammermusikalischen Besetzungen sowie in ihrem Klarinettentrio, dem “Varga Trio”, aktiv. Zudem spielt sie in verschiedenen Orchestern. Silvia ist als Klavierlehrerin an der Musik-Akademie Basel tätig und gibt Konzerte in der Schweiz und Europa.
ANNA ZANETTA REICHERT

Anna Reichert stammt aus Zürich und studierte Klavier an der Zürcher Hochschule der Künste sowie an der Musikhochschule Lübeck bei Konrad Elser, wo sie bereits während des Studiums einen Lehrauftrag für Korrepetition erhielt. Ein Austauschjahr an der UdK Berlin, Meisterkurse bei namhaften Pianisten wie Evgeni Koroliov, Lars Vogt und Menahem Pressler sowie Auszeichnungen – darunter der 1. Preis beim Landolt-Wettbewerb – prägten ihre Ausbildung.
Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz unterrichtete sie an den Musikschulen Winterthur und Schaffhausen und absolvierte parallel den Master of Advanced Studies in Musikpädagogik an der Hochschule der Künste Bern sowie ein CAS in Klavierpädagogik in Basel. Zusätzlich bildete sie sich zur Yoga- und Kinderyogalehrerin aus und veröffentlichte 2022 beim Musikverlag Holzschuh eine Sammlung von Fingerübungen für junge Klavierschüler:innen.
Heute ist sie als Pianistin, Korrepetitorin und Jurorin aktiv, mit besonderem Interesse an Kammermusik sowie an den Werken des vergessenen Schweizer Komponisten Johann Carl Eschmann. Seit August 2023 unterrichtet sie an der Musikschule Riehen.
ALEXANDRE ZANETTA

Alexandre Zanetta stammt aus der Nähe von Paris und begann mit sechs Jahren Horn zu spielen. Seine Leidenschaft für das Naturhorn entdeckte er früh bei Jacques Adnet, bevor er modernes Horn bei Marie-Luise Neunecker (Berlin) und Jens Plücker (Lübeck) studierte. An der Schola Cantorum Basiliensis vertiefte er seine Ausbildung bei Thomas Müller und Jean-François Madeuf und spezialisierte sich auf historische Hörner, wobei er einen authentischen Ansatz ohne moderne Intonationshilfen verfolgt.
Seit 2021 ist er als Dozent für historisches Horn tätig, zunächst in Trossingen, später an der HEM Genf, und seit Herbst 2022 als Professor an der Schola Cantorum Basiliensis. Neben seiner Lehrtätigkeit konzertiert er regelmäßig mit international renommierten Ensembles wie La Cetra Barockorchester Basel, Collegium 1704, Café Zimmermann und wirkte bei Aufnahmen mit der Akademie für Alte Musik Berlin, dem Mozarteum Orchester Salzburg und Los Elementos mit.
